Tourbericht vom 2010-08-13:

Hallo liebe Radsportfreunde,

heute muss ich Euch mitteilen, dass ich die geplante Nordkap-Tour leider vorzeitig beenden musste. Wegen etlicher Schwierigkeiten unterwegs habe ich mich schweren Herzens zu diesem Entschluss durchgerungen, da ich ansonsten zu befürchten hätte, nicht heil und gesund an meinem gesteckten Ziel anzukommen. Eigentlich bin ich schon mit ungünstigen Voraussetzungen gestartet. Das Rad und der Hänger erwiesen sich zwar als tourtauglich, doch ich habe nicht genügend Lebensmittel für die veranschlagten fünf Wochen zusammen bekommen. Obwohl ich auf meiner Testtour überall mit viel Freundlichkeit und großem Interesse an meinem Nordkap-Vorhaben aufgenommen wurde, konnte ich keine Sponsoren finden, die mich mit ausreichenden Esswaren für die 5000 Kilometer ausstatten wollten.

So bin ich am 15. Juni in Stralsund schon mit einer schmalen Ration gestartet. Bei der Tafel in Bergen auf Rügen bin ich zwar noch einmal mit Joghurt, Brot, Getränken, Süßigkeiten und Multivitamintabletten beschenkt worden, herzlichen Dank dafür an dieser Stelle, doch es war abzusehen, dass ich damit nicht allzu weit kommen werde. Mit der Fähre habe ich in Mukran nach Trelleborg übergesetzt. Doch kaum in Schweden angekommen, sollten sich bald die nächsten Schwierigkeiten einstellen. Die Solaranlage auf dem Hänger setzte immer wieder aus, da die Batterien, die die Anlage versorgen, die Erschütterungen beim Fahren nicht ausgehalten haben und kaputt gingen. Alle vier Batterien, die ich dabei hatte, gaben nach und nach ihren Geist auf. In dieser Situation konnte ich weder mein Handy noch mein Laptop nutzen und auch das GPS war nicht mehr einsatzbereit. Somit hatte ich also keinen Routenplaner als Orientierungshilfe und auch die Streckenaufzeichnung funktionierte nicht mehr. Freundlicher Weise bin ich in allen Autowerkstätten, bei denen ich in dieser Situation Hilfe suchte, sehr nett und verständnisvoll aufgenommen worden. Man konnte mir dort auch kurzfristig helfen doch leider nur provisorisch und nach kurzer Zeit stand ich wieder ohne Strom da.

Als schon fast nichts mehr ging und meine Lebensmittelvorräte allmählich zur Neige gingen, traf ich Mathias. Er war Lkw-Fahrer und sprach sehr gut Deutsch, da er deutsche Vorfahren hat. Er brachte mich mit meiner ganzen Ausrüstung in seinem Truck zu einem großen Lebensmittellager, für das er fährt. Und auch da bin ich sehr freundlich aufgenommen worden. Doch ich stieß erneut an Grenzen, diesmal war es die Sprache, denn ich konnte mich einfach nicht verständlich machen, da ich weder schwedisch noch englisch spreche. Mathias hatte mir zuvor erzählt, dass er nördlich von Stockholm unterwegs manchmal über hunderte Kilometer keine einzige Menschenseele antrifft. All das hab ich mir dann durch den Kopf gehen lassen und mich entschieden, umzukehren. Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, aber alles andere wäre leichtsinnig gewesen und hätte das Projekt, die Idee und das Image der Sponsoren insgesamt gefährdet.

So habe ich mich entschlossen, nächstes Jahr einen zweiten Anlauf zu starten und bis dahin die bekannten Probleme aus dem Weg zu räumen. Dass ich es schaffen kann, beweist meine Paris-Tour, die ich, gleich als ich zurück in Deutschland war, angetreten habe.

Am 25. Juli bin ich um 22 Uhr in Paris eingetroffen, nur wenige Stunden nach dem Feld der Tour de France. Lebensmittel dafür habe ich wieder über Tafeln bekommen. Vor der französischen Grenze bin ich noch einmal in Osnabrück ausreichend versorgt worden, so dass es auch für die Rückfahrt noch reichte.

Vielen Dank! Und Dankeschön auch an alle, die mich bisher unterstützt haben, die an mich glauben und die mir auch weiterhin zur Seite stehen. Denn 2011 starte ich wieder zum Nordkap.

Und dann schaffe ich es!

Tourbericht vom 2010-06-13:

Hallo meine Freunde des Sports,

ein Tag nach Pfingsten bin ich wieder von Rotenburg/Wümme losgefahren. Das war eine reine Fahrt durch die Nacht, welche mit Hilfe meiner Beleuchtungseinrichtung aber sehr hell war. Die Autos konnten mich bis zu 200 Meter weit sehen.

Auf einem Hochsitz vom Förster konnte ich auf dem Rückweg dann das erste Mal schlafen. Nach 4 Stunden Schlaf wurde ich von einem Förster geweckt. Dieser sagte mir, dass es noch 400 KM bis nach Rügen seien. Daraufhin sagte ich Wow ist das weit!.

Dann ging es weiter durch Mecklenburg Vorpommern. Hier wurde ich jedoch gleich von einem Unwetter begrüßt . Kurz vor Wismar übernachtete ich dann unter einer Brücke der A20. Das werde ich nie wieder machen, da bevorzuge ich lieber Hochsitze.

Die restliche Strecke bis nach Stralsund habe ich dann mit der Bahn abgekürzt. Hier waren die Menschen sehr hilfsbereit zu mir, denn sie haben mir geholfen so schnell wie möglich in den Zug zu kommen. Selbstverständlich habe ich im Zug wieder Aufsehen erregt, da das Abteil mit mir und meinen Gespann sichtlich voll war.

Nun zur Nordkaptour! Am Dienstag, den 15. Juni 2010, startet die Nordkaptour. Die Tour beginnt am Jugendclub Turm2day Stralsund. Dann geht es gleich nach Bergen auf Rügen zur Tafel, um dort meine Lebensmittel für die Tour aufzutanken. Im voraus schon mal einen herzlichen Dank an die Tafel Bergen. Nach der Tafel geht es von Bergen nonstop nach Mukran zur Fähre von Scandline.

Selbstverständlich werde ich auf der Tour auch Fotos mit der neuen Kamera von Olympus machen. Hierfür geht auch ein riesiger Dank an Olympus.

Zu einem späteren Zeitpunkt werdet Ihr natürlich wieder ¨über den Verlauf der Nordkaptour informiert. Also drückt mir die Daumen und wünscht mir Glück!

Bis dahin, viele liebe Grüße an alle Fahrradliebhaber

Euer Martin

Nordkap 2010